HOME

Sind Sie ein "Gutmensch"?

Purkersdorf

ADRESSEN
FORUM
GABLITZ
GASTRONOMIE
GEMEINDE
 · Adressen
 · Bezirk
 · Geschichte
 · Müllabfuhr
 · Naturpark
 > Stadtbibliothek
 · Stadtmuseum
 · Stadtverwaltung
 · Vereine
 · Verschönerungs-
    Verein

 · Volkshochschule
 · WIPUR
 · Zahlen
 · Zuständigkeit
GESUNDHEIT
HILFE / INTERN
KLEINANZEIGEN
KULTUR
SOZIALES
SPORT / FREIZEIT
STADTPOLITIK
TERMINE
VERKEHR
VERMISCHTES
WIRTSCHAFT

LOGO

 Stadtbibliothek
 
 
  H O M E
  Stadtbibliothek
 
  Infos
  Stadtplan
Unsere kommenden Termine
 
  Aktuelles
  Laufen und Nordic Walken
Bibliothek: Samstag-Öffnung
Das Ende ist mein Anfang
Tanti Auguri, Pasolini
Bibliothek auf Wachstumskurs
christian ide hintze ist tot
150.Geburtstag von A. Schnitzler
Aviso: Bücherkino Febr. bis April 2012
Lesekreis und Spieleabend
Sind Sie ein "Gutmensch"?
Lesekreis der Bibliothek
Eine Kellergeschichte
Zum Tod von Edith Saurer
Genie & Tragik der Familie Mann
Spieleabend
Zwischenzeiten
Neuer Landauer-Krimi
Filmoffensive mit Kino-Hot spots
LiteraTour 2010
Dichtes Herbstprogramm der Stadtbiblioth
Thomas Bernhard GO IN
A Tribute to a Change
Rote Nacht der Krimis
Verlust für Literaturwelt
Erzählter Wahnsinn
Widerstand
Figurentheater für Kinder
Schwarze Milch - gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus
Stadtbibliothek: Henry Dunant - DVD
Welttag des Buches
Start der Mobilen Mediathek
 
  Bücherkino
  Der letzte schöne Herbsttag
Bücherkino 13.12: Fasten auf Italienisch
Bücherkino im November
 
  AutorInnen
  Geschwätzige Kakophonie
Simone de Beauvoir
Norman Mailer 84-jährig verstorben
Geburtstag des Surrealisten Andre Breton
Stefan Zweig u. Friedrich Engels
Gert Jonke für Literaturinteressierte
Geburtstag von Gerhart Hauptmann
 
  Veranstaltungen
  Astrid Lindgren - Lesung
Lesung Grünbaum/Tucholsky
Triest-Lesereise 2007
Eva Rossmann in Purkersdorf
Literatour 2007 nach Triest
Erfolgreiche Jelinek - Lesung
Szenische Lesung zum 60. Geburtstag von Elfriede Jelinek
 
 Zum Archiv
 

Bibliotheken genießen u.a. den Vorzug, im Jänner über das Ranking der "Unworte des Jahres" durch die "Gesellschaft für deutsche Sprache" informiert zu werden.

Bemerkenswert an der Entscheidungsfindung der Jury für das Jahr 2011 war, dass der Begriff "Gutmensch" auf Rang zwei der "Unworte" platziert wurde; damit wurde endlich eine Formulierung auf die Füße gestellt, die viel zu lange auf dem Kopf balancieren musste. Zumal, da der Ausdruck´"Gutmensch" als rhetorischer Kampfbegriff gegen Menschen eingesetzt wurde, die die Überzeugung vertreten, dass es zu den realen Entsetzlichkeiten dieser Welt, die ihnen und anderen tagtäglich zugemutet werden, doch Alternativen geben müsse.

Es mag ja sein, dass sich im Paläolithikum der Empörungspolitik (klein-)bürgerliche Typen mit pastoralem Habitus tummelten, die sich bereits dann als "Gutmenschen" verstanden, wenn sie die eigenen Sünden dadurch rechtfertigten, dass sie sie bekannten. Denn auf diese Weise haben sie ihre moralische Hegemonie begründet, für die sie indes selten die Beweise liefern mussten. Sie verdankten also ihre Scheinmoral der Pose, ihre moralischen Banalitäten und Oberflächlichkeiten so grell ausgeleuchtet zu haben, dass sie wie ethische Tiefen erscheinen mussten.

Von da an jedoch nahm die Begriffskarriere den Verlauf von der ungefährlichen Lachnummer zum "Kampfbegriff gegen Andersdenkende mit hohem Diffamierungspotential" (Copyright: "Gesellschaft für deutsche Sprache"). Die Tatsache, dass Menschen die Unwürdigkeiten und Ungerechtigkeiten eines marktradikalen Systems kritisieren und Änderungen einfordern, gilt Rechtspopulisten und -Radikalen sowie ihrem medialen Personal heute als hinreichender Grund, sie als "Gutmenschen" zu diskreditieren. So erhalten also Menschen, deren Verstand und Phantasie noch nicht von den Verführungen des Systems korrumpiert sind, und die sich eine andere, bessere, gerechtere Welt vorstellen können, umgehend das Etikett "Gutmensch" auf ihre Stirne geklebt.

Wenn also "Gutmensch" heißt, z. B. eine menschenverachtende Asylpolitik auch als solche zu benennen, "Krone" und "Heute" als Zentralorgane von Hetze und Niedertracht zu begreifen oder im angeblichen "gesunden Volksempfinden" die kranken Wurzeln zu erkennen und freizulegen, dann sollte mensch sich getrost als "Gutmensch" bezeichnen lassen. 

Manfred Bauer

 


AnfangZum Anfang der Seite
Letzte Änderung: 2012-01-25 - Stichwort - Sitemap

[#]